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9. Kiersper Stadtgespräch am 12.5.2005 um 18.00 Uhr im Rathaus der Stadt Kierspe
"Wir mischen uns ein - Wer mischt mit?"


 

Warum wollen junge Leute in der Politik mitreden?
Was nervt sie? Was wollen sie verändern? Warum übernehmen sie Verantwortung? Macht Politik Spaß?

Wenn Sie Antworten auf diese Fragen interessieren, laden wir Sie
ins Rathaus am Springerweg ein.

Zum Thema "Wir mischen uns ein - wer mischt mit?" melden sich unsere jungen Aktiven aus Partei und Fraktion zu Wort. Dazu zählen Monika Baukloh, Anja Michel, Oliver Busch, Christian Reppel, sowie Tobias und Marc Voswinkel. Sie berichten unter der Moderation von Michael Brück davon, warum sie sich kommunalpolitisch engagieren.

Um musikalische Unterhaltung kümmert sich die Band der Gesamtschule >Blas(s)4night<

 


 (Foto: Staatskanzlei des Saarlands)


 

Pressestimmen

 



Politik muss Jugendlichen wieder Perspektive geben

Parteien für junge Menschen nicht besonders anziehend. Geringe Resonanz beim SPD-Stadtgespräch zu "junger Politik". Trotzdem interessante Diskussion


Die Gesamtschulband Blas(s)4Night sorgte bei der SPD-Veranstaltung mit bestem Jazzrock für den musikalischen Rahmen und stieg zwischendurch auch noch mit in die Diskussion ein.
KIERSPE · Politisches Engagement in den Parteien ist unter Jugendlichen nicht besonders beliebt. Nur wenige engagieren sich dort und bei Veranstaltungen, auch wenn dabei Jugendthemen im Vordergrund stehen, bleiben die meisten Stühle leer. Da bildet die SPD wie am Donnerstagabend im Rathaus beim Stadtgespräch zum Thema "Wir mischen und ein - wer mischt mit?" keine Ausnahme. "Aber auch den anderen Parteien geht es nicht besser", versuchte Moderator Michael Brück sich selbst, die anwesenden Sozialdemokraten und anderen Diskussionsteilnehmer ein wenig zu beruhigen.

Wenn nicht doch zumindest ein paar gekommen und als Attraktion im musikalischen Rahmenprogramm auch noch die Nachwuchsmusiker der Gesamtschulband Blas(s) 4 Night dabei gewesen wären, die letztlich ebenfalls mitdiskutierten, wäre es vielleicht ein wirklich niederschmetternder Abend gewesen. So aber entwickelte sich ein sehr lebhaftes Gespräch, bei dem sich die Anwesenden auf die Suche nach Gründen für das geringe Interesse seitens der Jugendlichen machten. Erfreulich war, dass manche sich sogar in eine ausliegende Liste eintrugen, um demnächst persönlich angesprochen zu werden, wenn wieder etwas Interessantes ansteht. Zusammen mit den Musikern konnten im Ratssaal dann immerhin doch etwas über 30 Besucher gezählt werden.

Dabei zeigte sich in dem Gespräch, dass viele Jugendliche anscheinend parteipolitisch gar nicht von vornherein festgelegt sind. Sondern sie begeben sich oft aus persönlicher Betroffenheit heraus oder manchmal auch dem Wunsch, selbst das Leben ein Stück mitgestalten zu wollen, auf die Suche nach einer Gruppierung, die sie aufnimmt, auf sie und ihre Bedürfnisse eingeht und in der sie sich wohl fühlen können. "Da  kam für mich nichts anderes als die SPD infrage", erklärte Monika Baukloh, die mit 26 Jahren zu den Youngstern unter den Sozialdemokraten gehört. Sie suchte damals nach einer politischen Betätigung, gerade auch in der Kommunalpolitik.

Aus einem konkreten Anliegen heraus kam Marc Voswinkel, der mit 34 Jahren zu den Älteren unter den Jungen zählt, zur SPD: "Damals sollte ins Industriegebiet eine Disco kommen. Ich war in einer Ratssitzung und musste sehen, wie Politiker, die 65 Jahre und älter waren, darüber diskutierten, wie die Jugend sich heute aufführt, Alkohol konsumiert und noch Schlimmers. Aus dem Grund beschloss ich mitzumischen. Hinzu kam, dass ich durch meinen Vater, der ebenfalls in der SPD Kommunalpolitik machte, vorbelastet war. Erst wurde ich sachkundiger Bürger und dann Ratsmitglied", erzählte Voswinkel über seinen Werdegang.

Er verwies darauf, dass es gerade derzeit wieder um viele Themen gehe, die auch für Jugendliche spannend und interessant sein dürften, denke man nur an die Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, die Ansiedlung von Gewerbebetrieben und damit die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze. "Da macht es einfach Spaß, politisch etwas zu bewegen", so Voswinkel.

Neben ihm und Monika Baukloh standen am Donnerstagabend auch noch die anderen Mitglieder aus dem Nachwuchsteam der Partei, wie Anja Michel (25), Christian Reppel (27), Oliver Busch (32) und Tobias Voswinkel (33) Rede und Antwort. Die SPD hat, wie Fraktionsvorsitzende Petra Crone hervorhob, von allen Ratsfraktionen die jüngsten Politiker. "Wir sind das bunteste Team", konstatierte sie.

Auch über die Bereitschaft zum Engagement von Jugendlichen generell wurde gesprochen, wobei entgegen der Meinung einiger dann letztlich doch eine Lanze dafür gebrochen wurde, dass Jugendliche durchaus vielfältig aktiv sind, aber eben weniger in der Politik, besonders der Parteipolitik.

Dass dies auch mit Frustration und Resignation, selbst doch nichts bewegen zu können, zu tun hat, merkte Klaus Wiegold, einer der Leiter der Gesamtschulband, an. Er forderte die Parteien auf, ein klares Profil zu entwickeln, das den Jugendlichen wieder Perspektiven vermittelt. Nur so könnten diese wieder an die Politik herangeführt werden. Und dass dies wichtig wäre, war bei der Veranstaltung unstrittig.

"Die Motivation von Jugendlichen muss nur geweckt werden", meinte Anja Michel. Andere regten an, zu probieren, den persönlichen Kontakt zu suchen, raus auf die Straße, auf Sportplätze, zu anderen Treffpunkten, in die Jugendzentren oder in Jugendgruppen wie den CVJM zu gehen. · rh

 


SPD-Stadtgespräch zu Jugend und Politik

Kierspe. (CB) Das geringe Besucherinteresse stand einer hochkarätigen Diskussion nicht im Weg: Am Donnerstag berichteten junge SPD-Politiker beim Stadtgespräch im Rathaus über die Gründe für ihr Engagement.

Ziel war auch herauszufinden, wie mehr Jugendliche für die Politik zu begeistern sind. Die jungen Erwachsenen Monika Baukloh (Sozialpädagogin), Christian Reppel (Feuerwehrmann), Tobias Voswinkel (Lehrer), Anja Michel (Physiotherapeutin), Oliver Busch (ARGE-Fallmanager) und Mark Voswinkel (Bankangestellter) erzählten darüber, was sie bewogen hat in die Politik zu gehen.

Bei Marc Voswinkel war es vor Jahren die Diskussion um die Einrichtung einer Diskothek. "Darüber haben nur Erwachsene beraten - die Jugendlichen blieben außen vor", erinnerte er sich. Dies veranlasste ihn selbst in die Politik zu gehen und etwas "zu bewegen". Er trat in die SPD ein und ist heute als Ratsmitglied und im Ausschuss für Stadtentwicklung aktiv. Die ehrenamtliche Arbeit macht Marc Voswinkel Spaß, weil er an der Gestaltung der Stadt mitwirken kann.

Anja Michel, die erst ein halbes Jahr lang SPD-Mitglied ist, schilderte, dass sie es immer schön fand in Kierspe zu leben, jedoch von der Kommunalpolitik nichts mitbekommen habe. "Die in der Politik machen was sie wollen""dachte sie bislang. Mittlerweile ist ihr klar, dass das so nicht stimmt. Um aktiv mitwirken zu können, trat sie in die Partei ein und wurde wie sie sagt "mit offenen Armen empfangen." Ihr wurde der Schritt zur Mitarbeit jedoch durch eine Freundin erleichtert, die schon kommunalpolitisch aktiv ist.

Dies warf die Leitfrage des Abends auf: Wie wird man als junger Mensch aktiv, wenn man niemanden kennt ? Und was machen die Parteien, wenn kein Interesse der Jugendlichen für die Politik vorhanden ist ? Wie kann das Interesse junger Menschen für die Kommunalpolitik geweckt werden ?

Ein Vorschlag war, mehr jugendrelevante Themen anzusprechen. Auch auf mehr Werbung für die Kommunalpolitik wurde verwiesen. Schade war, dass das Gespräch hauptsächlich nur von Erwachsenen geführt werden konnte, da außer den Jugendlichen der Schulband Blas(s)4Night die jüngeren Besucher ausblieben. Es nahmen nur knapp 20 Gäste an der regen Diskussion teil, die aber trotzdem einige gewinnversprechende Ergebnisse lieferte.

Schulband sorgte für Unterhaltung

Moderator Michael Brück, Sozialpädagoge in der Gesamtschule und lange Jahre selbst kommunalpolitisch aktiv, bezog die jungen Musiker in den Gedankenaustausch mit ein. Daneben spielte die Band unter Leitung von Klaus Wiegold fetzige Stücke wie Cruise Control (Tower of Power) oder Cantaloupe Island (Herbie Hanock), die man auch auf ihrer neuen CD hören kann.


Ebenso bedauerlich, aber im Hinblick auf das Interesse des Publikums passend, erschien in der gleichen Ausgabe der WR ein Bericht über den Besuch der FDP-Landtagsabgeordneten Angela Freimuth im Kiersper Rathaus

Jugendinitiative: Gesamtschüler kamen nicht

Kierspe. (bäs) In Kierspe werde nichts für die Jugend getan. So äußerten sich die Gesamtschüler der Jahrgangsstufe 12 anlässlich ihres Besuchs im Düsseldorfer Landtag gegenüber der FDP-Abgeordneten Angela Freimuth.

Die Politikerin nahm die Anliegen der jungen Leute ernst und versprach, ein Treffen mit Bürgermeister Frank Emde zu organisieren und sich am runden Tisch über die Nöte und Sorgen der Jugendlichen zu unterhalten und zu versuchen, Abhilfe zu schaffen. Am Freitagnachmittag sollte das Treffen im Rathaus in Kierspe stattfinden. Doch Angela Freimuth und Frank Emde warteten vergebens auf die jungen Leute und waren sichtlich enttäuscht.

Lediglich Bernadette Jung war gekommen. Ihr Anliegen trug sie dann aber vor. Sie schilderte die baulichen Mängel, die in der Schule herrschen. Vor allem tropfe es permanent bei Regen durch die Decke und die Schulräume würden auch vor Insektenbefall nicht verschont. Darum will sich der Bürgermeister demnächst kümmern. Ihre Anliegen bezüglich der Obestufen-Fete werde er zu gegebener Zeit mit den zuständigen Mitarbeitern und den jungen Leuten besprechen, versprach der Bürgermeister.



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